
Der Yoast-Smiley strahlt Dich an wie ein Honigkuchenpferd, alle Punkte sind abgehakt, und bei Google herrscht trotzdem Funkstille. Meistens wurde der Text dann für das Tool geschrieben, und die Frau, die gerade sucht, findet darin ihre Antwort nicht.
Gute SEO-Texte schreiben heißt: eine konkrete Suchfrage gleich am Anfang beantworten, den Text mit Zwischenüberschriften aus echten Fragen gliedern und das Keyword dort einsetzen, wo es natürlich klingt. Eine feste Keyword-Dichte gibt es dabei nicht, weil Google auch Synonyme und Umschreibungen versteht.
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ToggleWas ist ein SEO-Text?
Ein SEO-Text ist ein Text, der eine bestimmte Suchfrage so gut beantwortet, dass Google ihn den Menschen zeigt, die genau diese Frage stellen. SEO steht für Suchmaschinenoptimierung, also alles, was Deine Website bei Google auffindbar macht.
Ich bin Dani Kaiser, SEO-Beraterin bei Mind & Rocket. Wenn meine Mentees ihren ersten SEO-Text schreiben, sind viele komplett verkopft und überlegen bei jedem Satz, wo das Keyword noch reinpasst, wie beim Kofferpacken am Abend vor dem Urlaub, wenn eigentlich nix mehr reingeht.
Dabei geht es darum, Deiner Leserin den bestmöglichen Inhalt mitzugeben, und zwar so, dass sie ihn einfach versteht. Du schreibst für die Frau, die gerade sucht, und Google bringt sie zu Dir.
Google schreibt im eigenen SEO-Startleitfaden dazu: „Die Systeme von Google für den Sprachabgleich sind ausgefeilt und verstehen, wie sich deine Seite auf viele Suchanfragen bezieht, auch wenn du die genauen Begriffe darin nicht explizit verwendest.“ Ein Text, der verständlich erklärt und die Frage vollständig beantwortet, hat also gute Karten, auch wenn das Keyword nicht in jedem zweiten Satz steht.
SEO-Texte schreiben in 6 Schritten
Ein SEO-Text entsteht in sechs Schritten: Frage klären, Suchergebnisse ansehen, Gliederung bauen, Antwort nach vorne stellen, schreiben und überarbeiten. Die ersten drei Schritte erledigst Du, bevor Du den ersten Satz schreibst, und sie bestimmen, ob Dein Text überhaupt eine Chance hat.
1. Die Frage klären, die Dein Text beantwortet
Jeder SEO-Text beginnt mit einer Frage, die Deine Wunschkundin wirklich stellt. Meine Themen kommen fast immer aus Erstgesprächen, aus Fragen im Mentoring oder aus Kundenfeedback.
In Erstgesprächen kam zum Beispiel immer wieder dieselbe Frage, mal so, mal ein bisschen anders formuliert: „Und wann kann ich mit den ersten Verkäufen über meine Website rechnen?“ Nach einer kurzen Keyword-Recherche stand das Hauptkeyword fest, und daraus wurde mein Beitrag darüber, wie lange SEO dauert. Die Frage kommt von Deinen Kundinnen, das Keyword zeigt Dir, mit welchen Worten sie bei Google danach suchen.
Wie Du so ein Keyword findest, steht ausführlich in meinem Beitrag zum Thema Keywords finden. Und wenn Du noch gar nicht weißt, worüber Du schreiben sollst, hilft Dir der Artikel zur Content Erstellung für Selbstständige weiter. Ab hier geht es ums Schreiben selbst.
2. Nachsehen, was bei Google schon rankt
Bevor ich ein Wort schreibe, gebe ich das Keyword bei Google ein und schaue mir an, was dort schon steht. Welche Mitbewerberinnen tauchen auf, worüber schreiben sie, und was fehlt in ihren Texten?
Besonders ergiebig ist der Kasten „Weitere Fragen“ weiter unten auf der Ergebnisseite. Dort stehen oft genau die Anschlussfragen, die Deine Leserin nach der ersten Antwort hat. Ich nutze sie als Inspiration für Zwischenüberschriften und manchmal als weitere Keywords.

An den Treffern siehst Du außerdem, welche Art Text Google für diese Suche zeigt: Anleitungen, Listen oder kurze Definitionen. Stehen oben lauter Schritt-für-Schritt-Anleitungen, hat ein persönlicher Essay zum Thema dort wenig Chancen, auch wenn er schön geschrieben ist.
3. Die Gliederung aus echten Fragen bauen
Die Gliederung ist das Gerüst Deines Textes und besteht aus Überschriften, die Fragen Deiner Leserin aufgreifen. Im WordPress-Editor heißen sie H1 bis H6: Die H1 ist der Titel des Beitrags, H2 sind die großen Abschnitte und H3 die Unterpunkte darin.

Etwa alle 150 bis 300 Wörter setze ich eine neue Überschrift. So sieht die Leserin beim Scrollen auf dem Handy jederzeit, wo sie gerade ist, und springt direkt zu dem Teil, der sie interessiert.
⚠️ Obacht: Überschriften werden als Schriftgröße benutzt. Eine H2 hier, weil der Satz schön groß aussehen soll, ein fetter normaler Absatz dort, wo eigentlich eine Überschrift hingehört. Oder es gibt gar keine H-Überschriften, und der Text läuft als eine lange Wand durch.
Google selbst schreibt übrigens, dass die Reihenfolge der Überschriften für die Google-Suche keine Rolle spielt. Für Screenreader, also Programme, die sehbehinderten Menschen Webseiten vorlesen, ist eine logische Reihenfolge aber ideal. Und jede Leserin, die einen Text erst einmal überfliegt, findet sich mit einer klaren Gliederung schneller zurecht.
4. Die Antwort an den Anfang stellen
Die ersten 100 Wörter Deines Textes beantworten die Frage aus der Überschrift, direkt und ohne Anlauf. Wer wissen will, wie lange SEO dauert, möchte zuerst einen Zeitraum lesen und danach gern Deine Geschichte dazu.
Das gleiche Prinzip gilt für jeden Abschnitt. Beginne jede H2 mit ein, zwei Sätzen, die auch allein verständlich sind. Solche Sätze übernimmt Google in seine KI-Übersichten, und auch ChatGPT oder Perplexity zitieren am liebsten Stellen, die für sich stehen. Ein Absatz, der mit „Wie oben schon erwähnt“ beginnt, lässt sich schlecht zitieren, weil er ohne den Rest keinen Sinn ergibt.
5. Schreiben, als würdest Du es einer Kundin erklären
Den eigentlichen Text schreibst Du so, wie Du einer Kundin im Erstgespräch etwas erklärst: in ganzen Sätzen, mit Beispielen aus Deinem Alltag und in ihren Worten. Das Keyword gehört in den Titel, in die H1 und in die ersten 100 Wörter. Im restlichen Text nimmst Du es dort, wo es passt, und sonst Synonyme und Umschreibungen.
Nehmen wir eine Webdesignerin aus Nürnberg, die einen Text über ihr Angebot schreibt. Ihr erster Entwurf klingt so:
Vorher: „Als Webdesignerin Nürnberg erstelle ich professionelle Websites Nürnberg. Mein Webdesign Nürnberg ist ideal für Selbstständige, die eine Website erstellen lassen wollen.“
Nürnberg steht dreimal drin, und so redet kein Mensch. (Höchstens das Navi, und das auch nur, weil es muss.) Überarbeitet klingt derselbe Gedanke so:
Nachher: „Ich baue Websites für Selbstständige in Nürnberg und Umgebung. Du bekommst eine Seite, die Du selbst pflegen kannst und die Deinen Kundinnen sofort zeigt, was Du anbietest.“
Die zweite Version ist der bessere SEO-Text, weil eine Leserin nach zwei Sätzen weiß, ob sie hier richtig ist.
Genauso wichtig wie die Wortwahl ist, wie der Text aussieht. Eine knallharte Textwand schreckt jede Besucherin ab, und sie ist wieder weg, bevor sie den ersten Absatz gelesen hat. Kurze Absätze mit einem Gedanken pro Absatz, hier und da eine Liste und ein paar fett markierte Kernaussagen halten sie auf der Seite, gerade auf dem Handy.
6. Überarbeiten und fertig machen
Zum Schluss liest Du den Text einmal komplett auf dem Handy, denn dort lesen die meisten Deiner Besucherinnen. Absätze, die am Laptop harmlos aussehen, werden auf dem kleinen Bildschirm schnell zu einem Block von zehn Zeilen, und dann liest sich Dein Text wie ein Beipackzettel.
✅ Dein Check: Öffne die Vorschau Deines Beitrags auf dem Handy und lies nur die Überschriften und die fett markierten Stellen. Weißt Du danach, worum es geht und was die Antwort ist? Dann passt Deine Gliederung.
Danach kümmerst Du Dich um das, was im Suchergebnis zu sehen ist: den SEO-Titel und die Meta-Description, also den kurzen grauen Text darunter. Beide entscheiden mit darüber, ob jemand auf Deinen Beitrag klickt. Ganz am Ende werfe ich einen Blick auf die Yoast-Auswertung, als letzte Kontrolle.
Dein Text ist fertig. Macht Deine Website aus Besucherinnen auch Anfragen? 👇
Ein guter SEO-Text bringt Dir Besucherinnen. Ob daraus Anfragen werden, entscheiden drei Stellschrauben auf Deiner Website. In meinem Guide für 0€ findest Du heraus, welche davon bei Dir gerade klemmt, damit aus Deinem nächsten Text auch Anfragen werden.
Zum Guide für 0€ 🚀Wie oft muss das Keyword in den Text?
Für die Frage, wie oft das Keyword in Deinen Text muss, gibt es keine feste Anzahl und keine Prozentzahl. Das Keyword steht im Titel, in der H1 und in den ersten 100 Wörtern, danach so oft, wie es beim Lesen natürlich klingt.

Die Keyword-Dichte, also der Anteil des Keywords an allen Wörtern im Text, war einige Jahre lang ein Strohhalm, an den man sich im SEO klammern konnte. Ich hab mich selbst daran geklammert: Zu Zeiten meines Literaturblogs Brösels Bücherregal habe ich die Keyword-Dichte gezählt und so lange geschrieben, bis der Smiley grün war 🤪 Heute ist sie veraltet. In gut rankenden Ratgebern findest Du Empfehlungen zwischen 0,5 und 2 Prozent, und schon diese Spanne zeigt, dass es keine feste Regel gibt. Als Orientierung ist die Keyword-Dichte schön, in Stein gemeißelt ist sie nicht.
Google versteht Zusammenhänge, Synonyme und ähnliche Satzbauten immer besser. Du musst Dein Keyword also nicht in einer bestimmten Häufigkeit und in festen Abständen in den Text quetschen. Wer es trotzdem tut, verstößt im schlimmsten Fall gegen Googles Spamrichtlinien zu überflüssigen Keywords. Im Startleitfaden steht dazu ganz trocken, die mehrfache Wiederholung derselben Wörter sei „ermüdend für Nutzer“.
Was die grüne Yoast-Ampel bedeutet
Die Yoast-Ampel zeigt Dir, ob einzelne Onpage-Faktoren erfüllt sind, zum Beispiel ob das Keyword im Titel steht oder ob Deine Absätze zu lang sind. Onpage heißt: alles, was Du direkt auf Deiner Seite einstellen kannst.
Klar isses schöner, wenn Dich der Smiley grün anstrahlt. Die Erkenntnis sollte man aber von Anfang an haben: Der grün lächelnde Smiley mit Deinem Keyword bedeutet nicht, dass Dein Beitrag morgen auf Platz 1 steht. Yoast prüft, ob bestimmte Wörter an bestimmten Stellen stehen. Ob Dein Text die Frage Deiner Leserin gut beantwortet, kann das Plugin nicht beurteilen.
Wer sich zu eng an die Vorgaben von Yoast hält, vergisst schnell, was die Leserin in diesem Moment braucht oder lesen will.
💡 Mein Tipp: Schlägt Yoast Dir vor, das Keyword in eine weitere Zwischenüberschrift oder öfter in den Text zu setzen, und der Satz wird dadurch holprig, dann lass die Ampel an dieser Stelle auf Orange oder Rot. Die Farbe in Yoast hat keinen Einfluss darauf, wie Google Deinen Beitrag bewertet, ein holpriger Satz stört dagegen jede Leserin.

Wie lang muss ein SEO-Text sein?
Ein SEO-Text ist so lang, wie die Antwort auf die Frage braucht. Google schreibt dazu im Startleitfaden: „Die Länge des Inhalts allein spielt für das Ranking keine Rolle.“
Eine gute Orientierung sind die Beiträge, die für Dein Keyword schon oben stehen. Erklären sie ein Thema in 800 Wörtern vollständig, musst Du daraus keine 2.000 machen. Seiten schinden wie früher beim Schulaufsatz bringt Dir hier keine bessere Note. Meine eigenen Ratgeber haben meist 1.500 bis 2.000 Wörter, eine kurze Begriffserklärung kommt mit deutlich weniger aus.
SEO-Texte mit KI schreiben
KI kann Dir beim Schreiben von SEO-Texten viel Zeit sparen, fertig machen musst Du den Text aber selbst. Google hat nichts gegen KI-Unterstützung und nennt sie in der eigenen Anleitung zur Verwendung generativer KI ausdrücklich nützlich, um zu recherchieren und eigenen Inhalten Struktur zu geben. Wer dagegen viele Seiten generiert, die Nutzern nichts bringen, verstößt gegen Googles Spamrichtlinien.
Ich lasse mich beim Schreiben von Blogbeiträgen und Newslettern selbst von KI unterstützen. Für einen Beitrag mit 1.500 bis 2.000 Wörtern brauche ich ohne KI bis zum Onlinestellen, inklusive Bilder, ungefähr vier Stunden. Mit KI sind es 1,5 bis 2 Stunden. Evergreen Media, eine große SEO-Agentur, plant für einen ausführlichen SEO-Text sogar mindestens drei Arbeitstage ein.
Meine Grenze liegt bei meinem Qualitätsanspruch. Ein KI-Text braucht Deine eigene Note, Deine Persönlichkeit und Deine Erfahrung, dazu einen ordentlichen Feinschliff und eine gute Formatierung. Deine Erlebnisse mit Kundinnen, Deine eigenen Fehler und Deine Meinung zum Thema kann keine KI kennen, die bringst Du selbst ein.
Wie schnell es ohne eigenes Wissen schiefgeht, habe ich selbst erlebt. Ich sollte einen Blogbeitrag für ein Containerunternehmen schreiben, Thema Mineralbeton. Mineralbeton ist einfach etwas völlig anderes als normaler Beton. Das wusste die KI damals nicht, und ich auch nicht. Das war sehr peinlich. Deshalb gehört das Prüfen von Fakten zum Feinschliff immer dazu.
Qualität braucht Zeit, und die sparst Du Dir mit KI-Texten nur bedingt. Etz aber los: Nimm die Frage, die Dir in Deinem letzten Erstgespräch gestellt wurde, und mach daraus Deinen ersten SEO-Text. Wenn über so ’nen Text die erste Anfrage reinkommt, is des einfach richtig geil.
Häufige Fragen zum Schreiben von SEO-Texten
Kann ich bestehende Texte nachträglich zu SEO-Texten machen?
Ja, und oft geht das schneller als ein neuer Beitrag. Prüfe zuerst, ob der Text die Frage beantwortet, nach der Deine Leserin sucht, und ob die Antwort am Anfang steht. Danach ergänzt Du fehlende Zwischenüberschriften, teilst lange Absätze auf und passt SEO-Titel und Meta-Description an.
Soll ich meine SEO-Texte selbst schreiben oder eine Texterin beauftragen?
Das hängt davon ab, wie viel Zeit Du hast und wie gern Du schreibst. Selbst geschriebene Texte haben einen Vorteil, den eine Texterin nur mit viel Abstimmung erreicht, denn Deine Erfahrung und Deine Stimme stecken schon drin. Was Du selbst machen und was Du abgeben kannst, klärt mein Beitrag SEO selber machen oder auslagern.
Brauche ich ein Tool, um SEO-Texte zu schreiben?
Für den Anfang brauchst Du kein bezahltes Tool. Die Google-Suche mit ihren Vorschlägen und dem Kasten „Weitere Fragen“ zeigt Dir, wonach gesucht wird, und die kostenlose Google Search Console verrät Dir, bei welchen Suchbegriffen Deine Seite schon erscheint. Yoast im WordPress-Editor reicht als letzte Kontrolle vor dem Veröffentlichen.
