Keywords finden: so recherchiere ich für meine eigene Website

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Die richtigen Keywords findest Du in drei Schritten. Du sammelst die Sätze, mit denen Deine Kundinnen ihr Problem beschreiben. Du gleichst sie mit Googles eigenen Vorschlägen ab. Und Du prüfst auf der Suchergebnisseite, ob Du gegen die Treffer dort überhaupt ankommst. Ein bezahltes Tool brauchst Du dafür am Anfang tatsächlich nicht.

Im September habe ich meine eigene Website durch SISTRIX geschickt. Die Website einer Kundin zu prüfen, ist leicht. Bei der eigenen wird es unangenehm 😅

Mein Lieblingswort ist Sichtbarkeit. Es steht in meinem Produktnamen, in meinen Beitragstiteln, in fast jedem Angebot, das ich je geschrieben habe.

  • „sichtbarkeit im internet“: rund 20 Suchanfragen im Monat in Deutschland. Zwanzig.
  • „google sichtbarkeit“: 60.
  • „sichtbarkeit erhöhen“: auch 60.

Und der Begriff, den meine Kundinnen eintippen, wenn sie genau dasselbe meinen? „google ranking verbessern“, rund 2.000 Suchanfragen im Monat.

Ich habe also jahrelang für ein Wort gearbeitet, das ich schön finde, während die Frauen, die ich erreichen will, etwas ganz anderes bei Google eingegeben haben. Gell, das tut weh.

Ein Keyword ist übrigens einfach der Suchbegriff, den jemand eintippt. Mehr steckt hinter dem Wort nicht. Die Recherche dazu beantwortet drei Fragen: Passt der Begriff zu dem, was Du verkaufst? Sucht überhaupt jemand danach? Und kommst Du realistisch dagegen an? Die meisten Anleitungen im Netz behandeln fast nur Frage zwei, weil man sie messen kann. An Frage eins und drei scheitern Selbstständige in der Praxis.

Wie ich für meine eigene Website Keywords finde

Fang bei der Sprache Deiner Kundinnen an

Bevor ich irgendein Tool öffne, lese ich mit. Erstgespräche, alte Mails, Fragen aus dem Mentoring, Kommentare unter meinen Beiträgen. Ich notiere wörtlich, wie die Frauen ihr Problem beschreiben, solange sie den Fachbegriff noch nicht kennen.

Bei mir klingt das dann so:

  • „Meine Website bringt einfach keine Anfragen.“
  • „Ich weiß gar nicht, welche Wörter ich nehmen soll.“
  • „Bei Google tauche ich überhaupt nicht auf.“

Das sind ganze Sätze, keine Suchbegriffe im Lehrbuchsinn. Trotzdem tippen genau diese Frauen genau diese Sätze bei Google ein. Sie wissen ja noch nicht, dass ihr Problem SEO heißt.

Schreib Dir zwanzig solcher Sätze auf. So wörtlich, wie Du sie gehört hast, ohne sie hübsch zu machen. Wenn Dir keine zwanzig einfallen, ist das schon das erste Ergebnis Deiner Recherche 💡

Frag Google, was Google vorschlägt

Jetzt gebe ich diese Sätze bei Google ein und schaue, was mir Google selbst anbietet.

Die Vorschläge, die beim Tippen erscheinen, sind echte, häufige Suchanfragen. Die Box „Nutzer fragen auch“ ist noch ergiebiger, weil jede aufgeklappte Frage neue Fragen nachschiebt. Ganz unten stehen dann die verwandten Suchanfragen, also die Formulierungen, zwischen denen Google selbst einen Zusammenhang sieht.

Alles, was passt, kommt in eine simple Liste. Keine Tabelle mit zwölf Spalten. Eine Liste.

Ein Hinweis, der viel ausmacht: Mach das in einem privaten Fenster. Sonst zeigt Dir Google Vorschläge, die auf Deiner eigenen Suchhistorie beruhen, und am Ende recherchierst Du Dich selbst.

Schau nach, wofür Du schon gefunden wirst

Diesen Schritt überspringen fast alle. Dabei ist er der wertvollste.

In der Google Search Console steht unter „Leistung“, für welche Suchbegriffe Deine Website heute schon angezeigt wird. Nicht theoretisch. Tatsächlich.

Dort findest Du zwei Sorten Gold.

Die erste sind Begriffe mit vielen Impressionen und kaum Klicks. Google zeigt Dich also, aber niemand klickt. Meistens liegt das am Titel oder an der Beschreibung im Suchergebnis. Worauf Du dabei achtest, steht im Beitrag darüber, wie Du die Google Search Console auswertest.

Die zweite sind Begriffe auf Position 8 bis 20. Da bist Du fast oben 🤞🏻 Eine Seite zu schärfen, die schon rankt, geht deutlich schneller, als eine neue zu schreiben und bei null anzufangen.

Bei mir sah das so aus: Mein Beitrag darüber, wie man bei Google auf die erste Seite kommt, stand für „bei google auf seite 1 kommen“ auf Position 2 und für den ausgeschriebenen Hauptbegriff auf Position 5. Das war das Signal, genau dort auszubauen, statt daneben etwas Neues zu bauen.

Lies die Suchergebnisseite, bevor Du schreibst

Dieser Schritt hat mich vor mehr Fehlentscheidungen bewahrt als jedes Tool.

Du tippst den Begriff ein und schaust Dir an, wer dort steht und was für Seiten das sind. Google zeigt Dir damit, was es für die richtige Antwort hält.

Für diesen Beitrag hier wäre „keyword recherche“ der naheliegende Hauptbegriff gewesen. Rund 3.000 Suchanfragen im Monat. Klingt großartig.

Dann habe ich mir Seite 1 angesehen. Dort stehen keyword-tools.org, SE Ranking, Seobility, HubSpot, der Google Keyword Planner, das Keyword-Tool von Sistrix und SEMrush. Sieben von zehn Treffern sind Werkzeuge oder Nachschlagewerke.

Google sagt mir damit ziemlich deutlich: Wer das eintippt, will meistens ein Tool benutzen und keinen Ratgeber lesen. Dagegen anzuschreiben wäre verschwendete Zeit gewesen.

Bei „richtige keywords finden“ sieht dieselbe Prüfung ganz anders aus. Dort stehen echte Anleitungen von Menschen, die erklären, wie sie vorgehen. Deshalb heißt dieser Beitrag, wie er heißt.

Deine Prüffrage dafür: Stehen auf Seite 1 lauter Werkzeuge, Verzeichnisse oder große Portale? Dann häng einen Ort, eine Zielgruppe oder Deine Spezialisierung an und schau noch einmal hin.

Dahinter steckt die Frage nach der Suchintention. Zwei Frauen tippen dasselbe Wort ein und meinen völlig Verschiedenes. Im Groben gibt es drei Absichten.

Sie will etwas wissen. Bei „was ist seo“ sucht niemand eine Dienstleistung, sondern eine Erklärung. Ein Angebot wäre dort fehl am Platz.

Sie will etwas tun oder kaufen. Hinter „seo beratung buchen“ steckt eine klare Absicht. Diese Seite darf verkaufen.

Sie sucht eine bestimmte Seite. „search console login“ heißt, sie weiß schon, wohin sie will, und braucht nur den kürzesten Weg.

Kommen bei Deinem Begriff lauter Ratgeber, will Google erklären lassen. Kommen Anbieter und Shops, will Google verkaufen lassen. Das ist die ehrlichste Auskunft, die Du kriegen kannst, weil Google Dir damit zeigt, was bei dieser Suche bereits funktioniert.

Und jetzt der Teil, der über Deine Chancen entscheidet: Kopier nicht, was oben steht. Schau es Dir an, versteh, warum es oben steht, und mach dann Deine Version vollständiger und konkreter. Näher an dem, was Deine Wunschkundin tatsächlich braucht 💡

Ein Begriff, eine Seite

Wenn Deine Liste steht, bekommt jeder Begriff genau eine Seite. Und jede Seite genau einen Hauptbegriff.

Klingt banal. Hier habe ich mir selbst am meisten geschadet.

Als ich meine eigenen Beiträge durchgegangen bin, hatte ich vier Seiten, die im Kern dieselbe Frage beantworten: Wie komme ich bei Google nach vorne? Google musste sich also zwischen meinen eigenen Texten entscheiden und hat im Zweifel keinen davon weit oben gezeigt.

Dafür gibt es einen sperrigen Fachbegriff, Keyword-Kannibalisierung. Übersetzt heißt das: Deine Seiten fressen sich gegenseitig auf.

Schreib zu jeder Seite zwei Sätze. Der erste sagt, welche Frage sie beantwortet. Der zweite sagt, welche Frage sie ausdrücklich nicht beantwortet. Wenn Dir der zweite Satz schwerfällt, hast Du eine Dublette gefunden.

So werden aus Deiner Liste Blogthemen

Der Redaktionsplan fällt aus der Recherche fast von allein ab 🙌 Ich sortiere die gesammelten Begriffe danach, wo die Frau gerade steht, die sie eintippt.

Sie spürt ein Problem und kennt die Ursache nicht. „Meine Website bringt keine Anfragen.“

Sie kennt die Lösung, aber nicht den Weg. „Wie komme ich bei Google nach vorne?“

Sie hat eine konkrete Handgriff-Frage. „Wie lang darf eine Meta Description sein?“

Sie steht vor einer Entscheidung. „Was kostet SEO?“

Jeder Beitrag bedient genau eine dieser vier Situationen. Sobald ein Text zwei davon gleichzeitig bedienen will, ist er automatisch das Duplikat eines anderen.

Übrigens: Nach „blogthema finden“ sucht praktisch niemand, nach „blogartikel schreiben“ etwa 90 Personen im Monat. Deine Blogthemen findest Du also über die Fragen Deiner Kundinnen.

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Die vier Fehler, die ich am häufigsten sehe

Auf das schöne Wort optimieren statt auf das gesuchte

Meiner von oben. Deine Markensprache darf im Fließtext stehen, so viel Du magst. In Titel und Überschrift gehören die Wörter der Suchenden.

Nur auf das Suchvolumen schauen

Ein Begriff mit 3.000 Suchanfragen, den Du nie gewinnst, ist weniger wert als einer mit 100, bei dem Du auf Seite 1 landest. Die kleine Zahl fühlt sich nach Trostpreis an, bringt Dir aber die Frauen, die wirklich anfragen.

Denselben Begriff auf mehrere Seiten legen

Die Kannibalisierung von oben. Wenn Du nur eine Sache aus diesem Beitrag mitnimmst, dann diese, denn sie kostet Dich Rankings, die Du bereits hattest.

Begriffe wählen, die die falschen Leute anziehen

Ich ranke ausgezeichnet für eine Anleitung zu Instagram, die ich 2021 geschrieben habe. Sie bringt mir bis heute den meisten Suchverkehr auf meiner ganzen Website.

Und trotzdem: Diese Menschen wollen Instagram lernen. Bei Google gefunden werden wollen sie nicht. Der Beitrag, der am besten rankt, trägt also nicht automatisch Dein Geschäft.

Brauchst Du für all das ein bezahltes Tool? Am Anfang nicht. Ich arbeite in Kundenprojekten mit SISTRIX, weil ich dort sehe, was Google mir nicht verrät. Wie sich Rankings über Monate entwickeln zum Beispiel, oder welche Begriffe Mitbewerberinnen abdecken. Bei zwanzig Websites gleichzeitig geht das nicht mehr ohne. Für Deine eigene Website reichen Google und die Search Console wirklich aus. Der Engpass am Anfang ist nie das Werkzeug. Er ist die Frage, ob Du weißt, wie Deine Kundinnen sprechen.

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Häufige Fragen zur Keyword-Recherche

Wie viele Keywords brauche ich pro Seite?

Einen Hauptbegriff, dazu ein paar verwandte Formulierungen, die im Text sowieso vorkommen. Auf ein einziges Wort zu optimieren, ist seit Jahren überholt. Auf zehn gleichzeitig zu optimieren führt dazu, dass Google keines davon zuordnen kann.

Woran erkenne ich, dass ein Keyword für mich zu schwer ist?

Schau Dir die ersten fünf Treffer an. Stehen dort Werkzeuge, Verzeichnisse, Wikipedia oder große Medienhäuser, ist der Begriff für eine kleine Website in aller Regel nicht zu holen.

Wie oft muss ich die Recherche wiederholen?

Einmal gründlich, wenn Du Deine Seitenstruktur festlegst. Danach reicht ein Blick in die Search Console alle paar Monate, welche neuen Begriffe von allein dazugekommen sind.

Wo fange ich an, wenn ich noch gar keine Website-Texte habe?

Bei Deinem Angebot. Schreib auf, was Du verkaufst, und frag Dich, mit welchen Worten jemand danach sucht, der Dich nicht kennt. Die Reihenfolge für den Rest steht in SEO selber machen.

Woher kommen die Zahlen in diesem Beitrag?

Aus SISTRIX, Stand September 2026, für Deutschland. Suchvolumen schwanken saisonal und je nach Datenquelle. Nimm sie als Größenordnung.

Viele liebe Grüße
Deine Dani 💚

Signatur Mind & Rocket mit Foto Daniela Kaiser

Dani Kaiser

Gründerin von Mind & Rocket, SEO Expertin, Literaturbloggerin, Digital Native und Creative Mind aus dem Nürnberger Land.

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