Google Search Console auswerten: die drei Zahlen, die wirklich zählen

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Bevor Du in Google Analytics schaust, solltest Du die Google Search Console einrichten. Analytics zeigt Dir, wer schon auf Deiner Website ist. Die Search Console zeigt Dir, ob Dich in der Google-Suche überhaupt jemand zu Gesicht bekommt. Sie ist kostenlos und braucht keine Cookie-Zustimmung.

In fast jedem Onboarding sitzt eine Frau vor mir, die ihre Besucherzahlen kennt und trotzdem ratlos ist. Sie schaut ab und zu ins Analytics-Dashboard, sieht dort eine überschaubare Zahl und zieht daraus den einzigen Schluss, der naheliegt: Es kommt halt kaum jemand. Was sie nicht sieht, ist, dass diese Zahl von vornherein unvollständig war. Und dass ihr das Werkzeug fehlt, das die eigentliche Frage beantwortet, nämlich ob Deine Website in der Suche überhaupt auftaucht.

Warum Deine Besucherzahlen unvollständig sind

Wer auf Deiner Website im Cookie-Banner auf Ablehnen klickt, wird von Google Analytics nicht gezählt. Diese Menschen waren trotzdem da, haben gelesen, sind wieder gegangen. In Deiner Statistik existieren sie einfach nicht.

Das ist so gewollt. Analytics ist ein Drittanbieter-Tool, und die Leserin darf selbst entscheiden, ob ihre Daten dorthin fließen. Für Dich heißt das aber: Deine Zahlen sind ein Ausschnitt, und Du weißt nicht, wie groß dieser Ausschnitt ist. Du kannst schätzen, mehr nicht. Wenn Du auf Basis dieser Schätzung entscheidest, ob sich Deine Website lohnt, entscheidest Du auf wackligem Boden. Ich hab Kundinnen erlebt, die ihre Blogartikel schon aufgeben wollten, weil die Zahlen so mau aussahen, und die in der Search Console dann gesehen haben, dass sie längst regelmäßig in der Suche auftauchen.

Was die Google Search Console zeigt und Analytics nicht kann

Die Google Search Console ist ein kostenloses Tool von Google und misst, was vor Deiner Website passiert, also in den Suchergebnissen. Sie braucht dafür keine Zustimmung der Nutzerin, weil die Daten bei Google entstehen.

Vier Werte sind es, mit denen Du am Anfang arbeitest:

  • Impressionen: Wie oft Deine Seite in der Google-Suche angezeigt wurde.
  • Klicks: Wie oft jemand daraufhin tatsächlich zu Dir gekommen ist.
  • Position: An welcher Stelle Du im Schnitt gestanden hast.
  • Suchanfragen: Welche Wörter die Menschen eingetippt haben, bevor Du ihnen angezeigt wurdest.

Der letzte Punkt ist der, der die meisten umhaut. Du siehst dort schwarz auf weiß, mit welchen Formulierungen Deine Zielgruppe sucht, und das sind fast nie die Wörter, die Du selbst verwendest. Das ist die Schaltzentrale, in die ich bei jeder neuen Kundin als Erstes schaue, noch bevor wir über einen einzigen Text reden.

Das Cheat Sheet zur Google Search Console 👇

Alle vier Schritte auf einem Blatt, mit Feldern für Deine Zahlen. Damit Du beim Monats-Check nicht zwischen Artikel und Backend hin und her springst. Auf Seite eins steht außerdem, wie Du die Search Console überhaupt einrichtest, falls sie bei Dir noch nicht läuft.

Abschreiben kannst Du Dir die vier Schritte freilich auch selbst. Dauert halt eine Viertelstunde länger.

Google Search Console einrichten: zwei Schritte, eine halbe Stunde

Du brauchst dafür einen Google-Account, Zugriff auf Deine Domain und ungefähr eine halbe Stunde. Der Einrichtungsprozess sieht im ersten Moment technischer aus, als er ist. Zwei Schritte, dann läuft es.

Die Property auf Domainebene anlegen

Du rufst die Search Console auf und gibst Deine Domain ein, ohne https und ohne www, also einfach so, wie Du sie jemandem am Telefon sagen würdest. Danach will Google wissen, ob Du wirklich die Inhaberin bist. Dafür bekommst Du einen kurzen Textbaustein, den Du bei Deinem Anbieter in den DNS-Einstellungen hinterlegst, meist unter dem Punkt DNS als neuer Eintrag vom Typ TXT. Der Baustein kommt ins Feld für den Wert, das Feld für den Hostnamen bleibt in den meisten Fällen leer. Dann zurück in die Search Console und auf Bestätigen klicken. Manchmal geht das in Sekunden, manchmal dauert es bis zu 24 Stunden, beides ist normal.

Die Sitemap einreichen

Die Sitemap ist das Inhaltsverzeichnis Deiner Website. Du reichst sie ein, damit Google die Liste Deiner Seiten auf dem Silbertablett bekommt und sie sich nicht mühsam selbst zusammensuchen muss. Bei WordPress erzeugt Dein SEO-Plugin diese Datei automatisch, die Adresse endet meist auf sitemap_index.xml. Links im Menü der Search Console findest Du den Punkt Sitemaps, dort trägst Du sie ein und klickst auf Senden. Wenn direkt danach eine rote Meldung erscheint, warte einen Tag und schau nochmal. Bei frisch angelegten Properties ist das häufig, und es löst sich meistens von allein.

Dein Check: Schau in Deiner WordPress-Übersicht unter Plugins nach, ob dort mehr als ein SEO-Plugin liegt. Wenn zwei aktiv sind, weiß weder Google noch Deine Website, welche Angaben denn nun gelten sollen. Eins behalten, das andere löschen, das spart nebenbei Speicher.

Warum Du in den ersten Tagen fast nichts siehst

Die Search Console sammelt ab dem Tag der Einrichtung. Was vorher passiert ist, siehst Du nicht. Die ersten Datenpunkte erscheinen nach ein paar Tagen, und was Du dann anschaust, sind zwei dünne Linien und ein paar Zahlen.

Diese Phase ist der Grund, warum viele das Tool nach zwei Wochen wieder zumachen. Es passiert schlicht zu wenig, um spannend zu sein. Der Wert entsteht erst, wenn Du einen Zeitraum von mehreren Monaten nebeneinanderlegen kannst, denn dann siehst Du eine Richtung statt eines Tagesrauschens. Wie lange das dauert, hab ich in einem eigenen Beitrag dazu aufgeschrieben, wie lange SEO dauert. Kurzfassung: Impressionen bewegen sich als Erstes, Klicks folgen deutlich später, Anfragen ganz am Schluss.

Wie oft Du reinschauen solltest

Einmal im Monat reicht. Am Anfang schaust Du sowieso öfter rein, weil es neu und interessant ist, und das ist völlig in Ordnung. Für die Arbeit an Deiner Website bringt der tägliche Blick allerdings nichts.

⚠️ Der typische Fehlgriff: alle zwei Tage nachschauen. Du siehst dann nämlich genau das, was Du auf so kurze Sicht sehen musst: dass sich nichts bewegt. Legst Du dieselben Daten über drei Monate, steigt die Kurve auf einmal doch. Der Frust steckt im Zeitraum, den Du eingestellt hast. Ich stell den Zeitraum deshalb inzwischen immer als Erstes um, bevor ich überhaupt hinschaue.

Search Console auswerten: die drei Zahlen, die zählen

Drei Zahlen reichen: Impressionen, Klicks und die Klickrate. Zusammen sagen sie Dir, ob Google Dich zeigt, ob Menschen klicken und woran es hakt. Der Rest der Oberfläche darf Dich erstmal kalt lassen.

Impressionen: Zeigt Google Dich überhaupt?

Eine Impression heißt, Deine Seite ist in den Suchergebnissen aufgetaucht. Ohne Impressionen brauchst Du über alles andere nicht nachzudenken, dann kennt Google Dich schlicht noch nicht gut genug. Steigen sie über die Monate, läuft es. Auch wenn noch kaum jemand klickt. Das ist die Phase, in der Google Dich testet, und die ist mühsam, weil sich nichts nach Erfolg anfühlt. Sie geht vorbei.

Klickrate: Zieht Dein Eintrag in den Ergebnissen?

Die Klickrate sagt, wie viele der Leute, die Dich gesehen haben, auch geklickt haben. Das ist die Zahl, an der Du am schnellsten etwas ändern kannst, weil sie fast nur an Deinem Seitentitel und der kurzen Beschreibung darunter hängt.

Faustregel: Stehst Du auf den ersten zehn Plätzen und liegst trotzdem unter einem Prozent, ist Dein Eintrag das Problem. Ich hab das in meiner eigenen Search Console gefunden: meine Startseite, über 23.000 Impressionen, Klickrate 0,30 Prozent. Zwei Textfelder ändern, mehr war’s nicht.

Position: die Zahl, die am meisten in die Irre führt

Die durchschnittliche Position wirkt wie die wichtigste Zahl und ist die unzuverlässigste. Sie mittelt über alle Suchanfragen, für die eine Seite auftaucht, auch über die abwegigen.

⚠️ Der typische Fehlgriff: Du siehst Position 26 und hältst die Seite für hoffnungslos. Dabei kann dieselbe Seite auf Deinem wichtigsten Suchbegriff auf Platz 4 stehen und der Schnitt nur deshalb so aussehen, weil sie nebenbei für dreißig Randbegriffe auf Platz 60 mitläuft. Schau Dir deshalb nie den Durchschnitt an, ohne unten in die Liste der Suchanfragen zu klicken. Dort steht die Wahrheit.

Dein Durchlauf in zehn Minuten

✅ Dein Check: Erstens, Zeitraum auf „Letzte 3 Monate“ und den Haken bei Klickrate und Position setzen. Zweitens, unten auf den Reiter „Suchanfragen“: Stehen dort die Begriffe, für die Du geschrieben hast? Drittens, auf den Reiter „Seiten“: Welche drei Seiten haben die meisten Impressionen und die schlechteste Klickrate? Das sind Deine Baustellen. Viertens, eine davon aussuchen, Titel und Beschreibung neu schreiben, Datum notieren.

Mehr ist es nicht. Eine Baustelle pro Monat, konsequent gemacht, verändert Deine Zahlen über ein Jahr mehr als jeder neue Artikel.

Was Du mit den ersten Zahlen machst

Geh in den Bereich mit den Suchanfragen und sortier nach Impressionen. Ganz oben stehen die Wörter, für die Google Dich am häufigsten anzeigt. Das ist Deine tatsächliche Position im Markt, unabhängig davon, wie Du Dich selbst beschreibst.

Interessant wird es bei den Zeilen mit vielen Impressionen und wenigen Klicks. Da wirst Du gesehen und nicht angeklickt, und das ist ein ganz anderes Problem als gar nicht gefunden zu werden. Meistens liegt es am Titel, der in den Suchergebnissen steht, oder an der Beschreibung darunter. Manchmal liegt es auch daran, dass die Suchanfrage schlicht nicht zu dem passt, was auf Deiner Seite steht. Welche dieser Zeilen sich für Dich zuerst lohnt und in welcher Reihenfolge Du rangehst, hängt von Deiner konkreten Website ab. Das schaue ich mir im Mentoring gemeinsam mit Dir an, weil sich das ohne Blick auf die echten Zahlen nicht seriös sagen lässt.

Falls Deine Website in der Search Console gar nicht erst auftaucht, liegt das oft an einer Kleinigkeit im Backend. Was dann zu prüfen ist, steht bei Website wird bei Google nicht angezeigt.

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Brauchst Du Analytics dann überhaupt noch?

Wenn Du gerade anfängst: erstmal nicht. Die Search Console beantwortet die Frage, die Du in dieser Phase hast, und sie beantwortet sie vollständiger. Analytics wird interessant, sobald genug Menschen kommen, dass ihr Verhalten auf der Seite etwas aussagt.

Die beiden Tools beantworten eben unterschiedliche Fragen. Wie viele Leute waren auf meiner Seite und was haben sie dort gemacht, das ist Analytics. Werde ich in der Suche überhaupt angezeigt und für welche Wörter, das ist die Search Console. Solange Deine Antwort auf die zweite Frage unklar ist, hilft Dir die erste nicht weiter. Und ja freilich, beide parallel laufen zu lassen ist möglich und sinnvoll, sobald Du mehr Traffic hast. Nur eben in dieser Reihenfolge.

Häufige Fragen zur Google Search Console

Kostet die Google Search Console etwas?

Nein, die Google Search Console ist vollständig kostenlos. Du brauchst dafür nur einen Google-Account und Zugriff auf die DNS-Einstellungen Deiner Domain. Es gibt auch keine kostenpflichtige Version mit mehr Funktionen, das Tool ist für alle gleich.

Brauche ich einen Cookie-Banner für die Search Console?

Für die Search Console selbst nicht, weil sie keine Daten Deiner Besucherinnen auf Deiner Website erhebt. Sie wertet aus, was in der Google-Suche passiert. Für Analytics und andere Tracking-Tools brauchst Du weiterhin eine Einwilligung.

Wie lange dauert es, bis ich Daten sehe?

Erste Zahlen erscheinen meist nach einigen Tagen. Aussagekräftig werden sie, sobald Du mehrere Monate vergleichen kannst. Rückwirkende Daten aus der Zeit vor der Einrichtung bekommst Du nicht, deshalb lohnt es sich, die Property früh anzulegen.

Was ist der Unterschied zwischen Impressionen und Klicks?

Eine Impression bedeutet, dass Deine Seite in den Suchergebnissen angezeigt wurde. Ein Klick bedeutet, dass jemand daraufhin zu Dir gekommen ist. Viele Impressionen bei wenigen Klicks heißt: Du wirst gesehen, aber Dein Eintrag überzeugt noch nicht.

Wenn Du bis hierher gelesen hast und denkst, das klingt nach was, das ich mal machen sollte: Leg die Property heute an, auch wenn Du sonst nichts tust. Die Daten fangen erst ab diesem Moment an zu laufen, und in drei Monaten bist Du froh drum.

Viele liebe Grüße
Deine Dani 💚

Signatur Mind & Rocket mit Foto Daniela Kaiser

Dani Kaiser

Gründerin von Mind & Rocket, SEO Expertin, Literaturbloggerin, Digital Native und Creative Mind aus dem Nürnberger Land.

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