
Diese Checkliste für Selbstständige hat zwölf Punkte: vier Grundlagen, vier zu Technik und Struktur, vier zu Content und Aktualität, in der Reihenfolge, die wirklich was bringt. Block eins und zwei kannst Du realistisch an einem Nachmittag durcharbeiten, Block drei sind Gewohnheiten, die über Monate wirken. Kein 50-Punkte-Audit, das Dich am Ende nur überfordert und dann doch liegen bleibt.
Vielleicht kommt Dir das bekannt vor: Du hast schon mal eine Checkliste abgehakt, bist bis Punkt sieben gekommen und dann hängengeblieben, weil trotzdem keine Anfragen kamen. Das sehe ich in fast jedem Erstgespräch, und meistens lag’s einfach an der Reihenfolge. Wenn Du mit Bildkomprimierung anfängst, während Deine Website für zwei verschiedene Seiten denselben Suchbegriff belegt, polierst Du am falschen Ende, und wunderst Dich danach, warum sich trotz Fleißarbeit nichts bewegt.
Deshalb hab ich die Liste in drei Blöcke sortiert, nicht willkürlich: erst die Basis, dann Technik und Struktur, dann Content und Aktualität. Drehst Du die Reihenfolge um, kommst Du trotzdem ans Ziel, nur langsamer als nötig.
Inhaltsverzeichnis & Startrampen für Dich
ToggleDie Basis, die zuerst steht
Vier Punkte gehören immer zuerst, bevor Technik oder Content überhaupt Sinn ergeben.
1. Google Search Console einrichten
Kostenlos, in zehn Minuten erledigt. Sie zeigt Dir, für welche Suchbegriffe Deine Website heute schon irgendwo auftaucht, auch wenn Du davon noch nichts wusstest. Ohne diesen Blick rätst Du im Grunde nur. Worauf Du darin zuerst schaust, steht in Google Search Console auswerten: die drei Zahlen, die wirklich zählen.
2. Jeder Seite genau einen Suchbegriff zuweisen
Schreib Deine wichtigsten Seiten untereinander, und daneben, wonach jemand suchen müsste, um dort zu landen. Taucht derselbe Begriff zweimal auf, streich einen davon. Zwei Seiten, die um denselben Begriff konkurrieren, blockieren sich gegenseitig, am Ende rankt keine von beiden richtig.
3. Title und Meta-Description selbst schreiben
Der einzige Hebel, der Dir mehr Klicks bringt, ohne dass Du eine Zeile neuen Inhalt schreibst. Beides findest Du in Yoast unter jedem Beitrag. Der Suchbegriff gehört in den Title, die Beschreibung braucht einen klaren Grund zum Klicken.
4. Interne Links mit sprechenden Ankertexten setzen
Verlinke von Deinen stärkeren Seiten auf die, die noch wachsen soll, mit einem Linktext, der beschreibt, worum es auf der Zielseite geht, nicht mit „hier klicken“ oder „mehr dazu“. Google liest den Linktext als Beschreibung der Zielseite mit.
Diese vier Schritte sind der Unterbau für alles, was danach kommt, und sie kosten kein Geld, nur ein bisschen Zeit im Backend. Wenn Du dabei noch ganz am Anfang stehst, lohnt sich der ausführliche Fahrplan dazu, SEO selber machen: Womit Du anfängst und wie weit Du kommst, mit allen vier Schritten im Detail und einem Selbst-Test, welcher der drei Wege zu Dir passt, komplett selber machen, begleitet oder auslagern.
Stehen diese vier, kannst Du die restlichen acht Punkte in beliebiger Reihenfolge angehen, sie bauen nicht mehr strikt aufeinander auf.
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Alle zwölf Punkte als PDF für Deinen Schreibtisch, zum Abhaken oder Ausdrucken.
Technik und Struktur, die oft übersehen werden
Diese vier Punkte entscheiden nicht über Leben und Tod Deiner Rankings, aber sie summieren sich, und jeder einzelne ist in unter einer Stunde geprüft.
5. Ladezeit und mobile Darstellung
Über 60 Prozent der Suchanfragen kommen mobil, Google bewertet Deine Website entsprechend danach, wie sie sich auf dem Handy schlägt. Prüfe Deine Startseite im Google Mobile-Friendly-Test, das dauert zwei Minuten und zeigt Dir sofort, ob etwas klemmt. Danach lohnt sich ein Blick auf Deine Bildgrößen. Große, unkomprimierte Fotos sind der häufigste Grund für lange Ladezeiten, ein kostenloses Tool wie TinyPNG komprimiert sie in Sekunden, ohne dass die Qualität sichtbar leidet.
6. SSL-Zertifikat
Läuft Deine Seite über https, ist dieser Punkt bereits erledigt. Das erkennst Du am kleinen Schloss-Symbol in der Adresszeile.
Läuft sie noch über http, ist das der wichtigste Punkt auf dieser ganzen Liste. Moderne Browser warnen sonst aktiv vor Deiner eigenen Website, noch bevor jemand einen Blick auf Deine Inhalte werfen kann. Bei den meisten Hostern lässt sich das kostenlos aktivieren, oft mit einem einzigen Klick im Kundenbereich.
7. Saubere Überschriften-Hierarchie
Deine Seite braucht genau eine H1, danach folgen H2 für die Hauptabschnitte und H3 für Unterpunkte, ohne dass Du eine Ebene überspringst. Das ist keine reine Formalie. Google liest daran die Struktur Deiner Inhalte, und auch KI-Systeme wie ChatGPT nutzen diese Hierarchie, um einzelne Abschnitte gezielt zu zitieren. Ein Blick in den Quellcode oder in den Block-Editor Deines CMS reicht, um Sprünge zu erkennen.
8. Alt-Texte an jedem Bild
Jedes Bild braucht einen kurzen, beschreibenden Alt-Text. Das hilft nicht nur der Barrierefreiheit für Menschen, die einen Screenreader nutzen. Auch Google kann Bilder ohne diesen Text kaum einordnen, und verschenkt dann Sichtbarkeit in der Bildersuche, die eigentlich kostenlos zu haben wäre. Was wirklich hineingehört und was eher nicht, steht ausführlich in Alt-Text schreiben: was wirklich ins Alternativ-Feld gehört.
✅ Dein Check: Öffne fünf zufällige Bilder auf Deiner Website im Backend und schau nach, ob im Alt-Text-Feld überhaupt etwas steht. Bei den meisten Selbstständigen, die ich begleite, ist das Feld bei mindestens der Hälfte aller Bilder leer, und das kostet in Summe mehr Sichtbarkeit, als man denkt.
Content und Aktualität, die langfristig tragen
Technik lässt sich an einem Nachmittag abhaken. Diese vier Punkte sind Gewohnheiten, die sich erst über Monate auszahlen, und genau deshalb überspringt sie fast jede.
9. Ein Suchbegriff, eine Seite
Öffne die Google Search Console, geh zu „Leistung“ und dann zur Ansicht „Seiten“. Schau Dir dort Deine wichtigsten Suchbegriffe an, einen nach dem anderen: Rankt dafür nur eine einzige URL, oder tauchen zwei oder drei Deiner Seiten für denselben Begriff auf?
Tauchen mehrere auf, konkurrieren Deine eigenen Seiten miteinander. Am Ende landet keine davon richtig weit oben, das nennt sich Kannibalisierung. Es ist die häufigste Baustelle, die ich auf Websites von Selbstständigen finde, noch vor allen technischen Problemen.
Findest Du sowas bei Dir: Entscheide, welche der beiden Seiten das Thema stärker abdeckt, und leite die schwächere entweder auf die stärkere um oder schreib sie auf ein anderes Thema um.
Ein Hinweis zur Reihenfolge: Wenn Du die Search Console gerade erst nach Punkt 1 eingerichtet hast, kommt dieser Punkt in ein paar Wochen dran. Vorher sind schlicht noch keine Daten da, an denen Du das erkennen könntest.
10. Wie tief Du gehen solltest
Du musst nicht jedes Detail eines Themas abdecken, Du musst die Diagnose liefern, das Prinzip dahinter erklären und ein bis zwei erste Schritte zeigen, die Deine Leserin allein umsetzen kann. Ein Aspekt mit echter Substanz wirkt stärker als fünf Aspekte im Überflug, die am Ende doch nur an der Oberfläche kratzen und ihre eigentliche Frage offen lassen.
11. Echter Aktualisierungs-Rhythmus
Ein Artikel, den Du seit zwei Jahren nicht mehr angefasst hast, verliert an Relevanz, egal wie gut er ursprünglich war.
Wichtig ist echte inhaltliche Pflege: neue Zahlen einbauen, einen Abschnitt ergänzen, einen Fehler korrigieren. Ein rein kosmetisch geändertes Datum fällt bei genauerem Hinsehen auf und wird entsprechend eingeordnet.
⚠️ Der typische Fehlgriff: Du schreibst einen Artikel, veröffentlichst ihn, und fasst ihn dann nie wieder an. Nach einem Jahr haben sich die Suchbegriffe dahinter leicht verschoben, aber der Text steht noch exakt so da wie am ersten Tag. Plane Dir lieber vier feste Termine im Jahr ein, an denen Du Deine drei wichtigsten Artikel noch einmal durchgehst.

12. KI-Sichtbarkeit als Bonus-Check
Inzwischen lohnt sich zusätzlich ein Blick darauf, ob Deine Inhalte auch in ChatGPT oder anderen KI-Antworten auftauchen. Das ist kein Ersatz für klassisches SEO, die Grundlagen bleiben dieselben, aber ein zunehmend wichtiger Nebeneffekt guter, gut strukturierter Inhalte. Mehr dazu in Was ist GEO? Generative Engine Optimization einfach erklärt.
Alle zwölf Punkte auf einen Blick:
- ✅ Google Search Console eingerichtet
- ✅ Jeder Seite genau einen Suchbegriff zugewiesen
- ✅ Title und Meta-Description selbst geschrieben
- ✅ Interne Links mit sprechenden Ankertexten gesetzt
- ✅ Mobile Darstellung und Ladezeit geprüft
- ✅ SSL-Zertifikat aktiv
- ✅ Saubere H1-H2-H3-Hierarchie ohne Ebenensprung
- ✅ Alt-Texte an allen Bildern
- ✅ Kein doppelt belegter Suchbegriff zwischen zwei Seiten
- ✅ Inhalte mit echter Tiefe statt oberflächlicher Abdeckung
- ✅ Fester Rhythmus für Aktualisierungen
- ✅ KI-Sichtbarkeit als Bonus geprüft
Welche dieser zwölf Punkte bei Dir am meisten Gewicht bringt und in welcher Reihenfolge Du sie angehst, hängt von Deiner konkreten Website und Deinen aktuellen Zahlen ab. Das schaue ich mir im Mentoring gemeinsam mit Dir an, weil sich das ohne Blick auf Deine echte Search Console schlicht nicht seriös pauschal sagen lässt.
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Du musst nicht alle zwölf Punkte an einem Wochenende schaffen. Häng Dir die Liste irgendwo hin, wo Du sie regelmäßig wiedersiehst, und häkle nach und nach ab, was Du schaffst. Wichtiger als Tempo ist, dass Du überhaupt dranbleibst.
Viele liebe Grüße
Deine Dani 💚
