
SEO für Coaches heißt: um die Probleme sichtbar werden, die Deine Klientinnen bei Google eintippen. Das Wort „Coach“ selbst bringt Dich dabei nicht weiter. Weil der Begriff nicht geschützt und der Markt unübersichtlich ist, entscheidet Deine Spezialisierung. Und weil viele Suchende skeptisch ankommen, entscheidet zusätzlich, ob Deine Seite in den ersten Sekunden Vertrauen aufbaut.
Bleibt die Frage, warum ausgerechnet bei Coaches so oft daneben optimiert wird. In Gesprächen begegnen mir immer wieder dieselben drei Dinge:
Das erste ist der Markt selbst. „Coach“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder darf sich so nennen, und viele tun es. Für Dich heißt das: Du stehst in einer Menge, in der sich von außen kaum jemand zurechtfindet. Selbst die Forschung tut sich schwer damit, die Marburger Coaching-Studien nennen als erklärtes Ziel, überhaupt erst Transparenz in einen sehr unübersichtlichen Markt zu bringen.
Das zweite ist die Skepsis auf der anderen Seite. Deine künftige Klientin hat Geschichten gehört. Von teuren Programmen, die nichts gebracht haben, von Versprechen, die zu groß waren. Sie kommt also prüfend auf Deine Seite. Das ist der Unterschied zu Berufen mit geschützter Bezeichnung: Dort nimmt die Ausbildung einen Teil der Vertrauensarbeit ab. Bei Dir macht das Deine Website.
Das dritte sind schlicht die falschen Wörter. Und das ist der Klassiker. Du beschreibst Deine Arbeit so, wie Du sie denkst: Transformation, Mindset, Potenzialentfaltung, Klarheit. Deine Klientin tippt ein, was ihr weh tut. „Ständig das Gefühl zu versagen.“ „Nach der Elternzeit zurück in den Job.“ „Angst vor Präsentationen.“ Zwei Sprachen, die sich nie begegnen. Wenn Deine Website bislang keine Anfragen bringt, liegt es überraschend oft genau daran.
Wenn Du Dich da wiedererkennst, bist Du hier richtig. Ich zeig Dir, was für Coaches wirklich zählt.
Inhaltsverzeichnis & Startrampen für Dich
ToggleWarum Dich niemand unter „Coach“ sucht
Wer „Coach“ bei Google eintippt, sucht meistens eine Erklärung. Was ist das überhaupt, was kostet das, brauche ich sowas. Menschen, die wirklich buchen wollen, suchen anders: konkreter, spezifischer, näher an ihrem eigenen Problem.
Das ist die gute Nachricht in diesem Artikel. Denn um „Coach“ oder „Business Coach“ kämpfst Du gegen Verzeichnisse, Ausbildungsinstitute und Anbieter mit sechsstelligen Marketingbudgets. Um „Coaching nach Burnout Rückkehr Teilzeit“ kämpfst Du gegen fast niemanden. Und die Frau, die das eingibt, weiß bereits, was sie braucht. Sie muss nicht mehr überzeugt werden, dass Coaching etwas für sie ist. Sie sucht nur noch die Richtige.
⚠️ Der typische Fehlgriff: Die Startseite auf „Business Coach“ oder „Life Coach“ zu optimieren, weil das ja das Wichtigste ist, was man anbietet. Es fühlt sich richtig an und ist trotzdem der sicherste Weg, unsichtbar zu bleiben. Für diese Begriffe stehen auf Seite eins Portale und Marken, gegen die eine einzelne Coaching-Website realistisch nicht ankommt. Das ist keine Frage von Fleiß.
Welche Wörter Deine Klientinnen wirklich eingeben
Die Übersetzungsarbeit zwischen Deiner Sprache und der Sprache Deiner Klientinnen ist der größte Hebel, den Du hast. Sie kostet kein Geld, keine Technik und keine Agentur. Nur die Bereitschaft, Deine eigenen Lieblingsbegriffe eine Weile beiseite zu legen.
Ein Beispiel, das ich so oder ähnlich immer wieder sehe. Auf der Website steht: „Ich begleite Dich in Deinen Transformationsprozess hin zu mehr Selbstwirksamkeit.“ Gesucht wird: „warum sage ich nie nein“. Beides meint dasselbe. Nur wird das eine gesucht und das andere nicht. Das ist übrigens kein Qualitätsurteil über Deine Texte, im Gegenteil, die Coaching-Sprache ist oft präzise und schön. Sie ist nur die Sprache von jemandem, der bereits im Thema drin ist. Deine Klientin ist es noch nicht. Sie sitzt abends auf dem Sofa, das Handy in der Hand, und formuliert ihr Problem so, wie sie es fühlt, nicht so, wie eine Fachfrau es benennen würde. Wenn Deine Seite nur in Fachsprache spricht, kann Google noch so gut verstehen, worum es geht: Die Brücke zu dem, was tatsächlich getippt wird, fehlt trotzdem.
✅ Dein Check: Öffne Deine Startseite und Deine wichtigste Angebotsseite. Zähl, wie oft dort Wörter wie Transformation, Mindset, Potenzial, Klarheit oder Prozess vorkommen. Und dann zähl, wie oft das konkrete Problem Deiner Zielgruppe beim Namen genannt wird, in ganz normalen Worten. Wenn die erste Zahl deutlich größer ist als die zweite, hast Du Deine erste Aufgabe gefunden.
Woher Du die richtigen Wörter bekommst, ohne zu raten: aus Deinen Erstgesprächen. Wie beschreiben die Menschen ihr Problem in den ersten fünf Minuten, bevor sie Deine Begriffe übernommen haben? Genau diese Sätze sind Gold. Schreib sie mit. Ergänzend hilft Google selbst: Tipp einen dieser Sätze ein und schau Dir die Vorschläge und die verwandten Suchanfragen ganz unten an.
Die Namen-Falle: Wenn Deine Website nur um Dich kreist
Es gibt einen Fehler, der fast nur bei Coaches vorkommt, und er fühlt sich beim Machen völlig richtig an: Die ganze Website ist um die eigene Person gebaut. „Coaching mit [Vorname Nachname]“ als Titel, die Startseite erzählt Deinen Weg, die Angebotsseite heißt nach Deiner Methode.
Für Deine Personenmarke ist das genau richtig. Bei Google ist es ein Problem, und zwar ein simples: Niemand googelt einen Namen, den sie noch nicht kennt. Wenn Deine Website vor allem um Dich kreist, findet Dich über die Suche nur, wer Dich sowieso schon kennt. Für die Bestandskontakte funktioniert das. Für alle anderen bist Du unsichtbar.
Die Lösung ist kein Verzicht auf Deinen Namen, das wäre auch schade. Deine Website braucht zusätzlich ein Thema, über das sie gefunden werden kann. Auf Deiner Seite sollte erkennbar „Burnout-Prävention für Führungskräfte“ oder „Wiedereinstieg nach der Elternzeit“ stehen, nicht nur „Coaching mit Dir“. Praktisch heißt das: Deine Seitentitel und Überschriften benennen das Problem. Dein Name bleibt prominent, in der Über-mich-Seite, im Footer, unter Deinem Foto. Er ist nur nicht mehr die einzige Eintrittstür.
Finde heraus, wo Deine Website gerade steht 👇
Mein kostenloser Guide führt Dich durch die wichtigsten Checks für Deine Coaching-Website, ohne Technik-Kauderwelsch. Damit Du weißt, woran Du bist, bevor Du irgendwas optimierst.
Kostenlosen Guide holen 🚀Vertrauen aufbauen, bevor jemand mit Dir spricht
Gefunden werden ist die eine Hälfte. Die andere entscheidet sich in den Sekunden danach. Deine Besucherin kommt mit Vorbehalten an, und Deine Seite beantwortet in dieser Zeit eine einzige Frage: Ist die hier seriös?
Was dabei hilft, ist unspektakulär. Sag, wie Du arbeitest, nicht nur, was Du bewirkst. Sag, wie ein Ablauf aussieht, wie viele Termine üblich sind, was danach passiert. Nenn eine Preisspanne, auch wenn es individuell ist. Eine Website ohne jede Zahl liest sich für skeptische Menschen wie eine Website, die etwas verbergen will. Und zeig Dich: ein echtes Foto, Deine Ausbildung im Klartext, kein Zertifikate-Bingo.
Das ist übrigens nicht nur Menschenfreundlichkeit, es ist auch SEO. Wenn jemand auf Deine Seite klickt und sofort wieder zurückgeht, weil er nicht findet, was er sucht, ist das für Google ein Signal. Nicht das wichtigste, aber eines, das sich über viele Besucher summiert.
Zwei Ausgangslagen aus dem Mentoring
Wie unterschiedlich der Startpunkt aussehen kann, zeigen zwei Coaches, die aktuell im Mentoring sind. Bei der einen fehlte das Fundament, bei der anderen die Struktur. Beide sind mittendrin, deshalb gibt es hier Ausgangsbefunde und keine Erfolgszahlen.
Laura: Sichtbarkeit auf Social gebaut, Website als Ablage
Laura ist Psychologin und Coach, und sie hatte über Jahre etwas aufgebaut, das gut funktioniert hat: Sichtbarkeit über LinkedIn und Instagram. Sie hat gepostet, kommentiert, sich gezeigt. Anfragen kamen über diese Kanäle rein.
Ihre Website war dabei nie als Fundament gedacht, sondern als Ablage. Selbst zusammengestöpselt, irgendwann mal fertig geworden, seitdem stand sie da. Das ist kein Vorwurf, das ist die logische Folge davon, wo die Anfragen herkamen.
Nur wurde die organische Reichweite auf Social Media über die Zeit dünner, und der Aufwand blieb gleich hoch. Genau an dem Punkt kam sie ins Mentoring. Der erste Check zeigte dann, was in so einer Situation fast immer zu erwarten ist: Das technische Fundament fehlte. Nicht dramatisch, nicht kaputt, aber eben nie dafür gebaut, gefunden zu werden.
Laura ist gerade mittendrin. Ich könnte Dir hier keine Erfolgszahlen zeigen, und ich täte es auch nicht, denn nach ein paar Wochen gibt es schlicht keine. Was ich Dir zeigen kann, ist der Ausgangspunkt, weil er so verbreitet ist: eine Website, die als Visitenkarte gebaut wurde, in einer Zeit, in der sie als Fundament gebraucht wird.
Falls Du gerade an derselben Stelle stehst und Dich fragst, ob sich der Aufwand überhaupt noch lohnt: Ich habe die beiden Kanäle im Artikel SEO oder Instagram mit den aktuellen Zahlen verglichen.
Ina: viel Inhalt, wenig Struktur
Bei Ina war die Lage fast umgekehrt. Sie ist Coach und Praxisinhaberin, hat einen Podcast und dadurch über die Jahre eine Menge Inhalte angesammelt. An Substanz fehlte es nicht.
Ihre Seite läuft auf Squarespace, und weil die Frage garantiert kommt: Nein, Squarespace ist kein SEO-Hindernis. Mit Baukästen lässt sich gut ranken, das ist selten das Problem.
Ihr Thema war die Struktur. Wenn über Jahre Inhalte dazukommen, wächst eine Website wie ein Keller: Es ist alles da, nur findet niemand mehr etwas, Google eingeschlossen. Was jetzt passiert, ist deshalb Aufräumarbeit. Flachere Navigation, damit wichtige Seiten nicht drei Klicks tief liegen. Und für jede Seite und jeden Beitrag ein klarer Begriff, statt dass fünf Seiten dasselbe wollen.
Auch das läuft gerade, auch da wäre jede Zahl jetzt erfunden. Der Punkt ist ein anderer: Viel Inhalt zu haben ist ein Vorsprung. Aber nur, wenn er sortiert ist.
Und wie fängst Du jetzt an?
Drei Dinge entscheiden über den Start: ob Deine Seite technisch überhaupt gefunden werden kann, ob SEO für Deine Situation gerade der richtige Hebel ist, und was Du in der nächsten Woche konkret tun kannst. In dieser Reihenfolge.
Was technisch wirklich zählt
Die technischen Grundlagen sind für Coaches dieselben wie für alle anderen, und ich halte mich hier bewusst kurz. Wie Du Schritt für Schritt vorgehst, steht ausführlich in meinem Artikel dazu, wie Du SEO selbst in die Hand nimmst.
Drei Dinge sind bei Coaching-Websites aber besonders häufig das Problem:
- Alles steht auf der Startseite. Jedes Angebot braucht eine eigene Seite mit eigenem Schwerpunkt. Eine Seite, die alles gleichzeitig sein will, rankt für nichts.
- Der Blog ist ein Tagebuch. Er darf persönlich sein, aber jeder Beitrag sollte eine Frage beantworten, die jemand tatsächlich stellt.
- Der Weg zum Termin ist zu lang. Wer sich nach dem dritten Absatz entschieden hat, sollte nicht suchen müssen, wie es weitergeht.
Ein Artikeltyp lohnt sich für Coaches besonders: die ehrliche Entscheidungshilfe. „Coach oder Therapeutin, was passt zu meiner Situation“ oder „Einzelcoaching oder Gruppenprogramm“. Wer so etwas sucht, steht kurz vor einer Entscheidung. Und wenn Du dabei auch mal ehrlich gegen Dein eigenes Angebot argumentierst, entsteht genau das Vertrauen, das im Coaching-Bereich über die Anfrage entscheidet. Falls die Abgrenzung zur Therapie für Dich ein Thema ist, hilft Dir vielleicht mein Artikel zu SEO für Therapeutinnen und Therapeuten beim Vergleich.
Und ganz am Anfang steht die Frage, ob Google Deine Seite überhaupt kennt. Das lässt sich in zehn Sekunden prüfen: Tipp site:deineseite.de bei Google ein, mit Deiner echten Adresse und ohne Leerzeichen nach dem Doppelpunkt. Kommen Ergebnisse, bist Du im Index. Kommt nichts, ist das Deine allererste Baustelle.
Du willst wissen, wo Du gerade stehst? 👇
Der Sichtbarkeits-Shortcut enthält fertige Prompts für den Check bei Google und ChatGPT sowie 8 Onpage-Fixes ohne Coding. In unter 60 Minuten machbar. Du kannst Dir die Prompts auch selbst ausdenken, das kostet nur eine halbe Stunde mehr.
Sichtbarkeits-Shortcut für 27€ 🚀Für wen sich der Aufwand gerade nicht lohnt
SEO greift nicht, solange nicht klar ist, für wen Du da bist. Wer noch keine Positionierung hat, optimiert ins Leere, weil die entscheidende Frage offen bleibt: auf welches Problem eigentlich?
Wenn Du also gerade noch suchst, ob Du eher Karriere, Beziehung oder Selbstständigkeit begleiten willst, dann ist Positionierung der erste Schritt und Sichtbarkeit der zweite. In dieser Reihenfolge. Andersherum baust Du eine Website, die für alles halb funktioniert.
Und noch etwas, das dazugehört: SEO braucht Zeit. Erste Bewegung in der Search Console siehst Du nach zwei bis drei Monaten, spürbare Klicks nach vier bis sechs. Wenn Du übermorgen Anfragen brauchst, ist SEO nicht der Hebel, dann sind es Empfehlungen und Direktkontakt. SEO ist das, was in einem halben Jahr trägt, damit Du dann nicht mehr jeden Tag posten musst.
Wo Du morgen anfängst
Wenn Du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese: Benenn die Probleme, die Deine Klientinnen tatsächlich eintippen. Das Wort „Coach“ kannst Du dabei getrost den Verzeichnissen überlassen. Alles andere baut darauf auf.
Konkret für die nächste Woche: Schreib in Deinen nächsten drei Erstgesprächen mit, wie die Menschen ihr Problem in den ersten Minuten beschreiben. Wortwörtlich. Danach schaust Du Dir Deine Startseite an und vergleichst. Meistens ist das ein unbequemer, aber sehr klärender Moment.
Die Grundlagen für alle, die selbstständig sichtbar werden wollen, findest Du bei SEO für Selbstständige. Und wenn Du Feedback zu Deiner konkreten Website willst: Die nächste Runde von Gesucht & Gefunden startet Ende September, die Kennenlerngespräche laufen ab August.
Deine Wunschklientin sucht schon heute nach dem, was Du kannst. Sie muss Dich nur finden können, ohne Deinen Namen zu kennen.
Viele liebe Grüße
Deine Dani 💚