SEO für Onlineshops: Warum Du bei den Kategorien anfängst, nicht bei den Produkten

SEO für Onlineshops fängt bei den Kategorien und beim Blog an, nicht bei den einzelnen Produktseiten. Produkte kommen und gehen, Kategorieseiten bleiben. Wer nach Kleidern in großen Größen sucht, landet auf einer Kategorie, nicht auf Artikelnummer 4711. Und der Blog beantwortet die Fragen, die vor dem Kauf kommen.

Warum ausgerechnet die Produktseiten so wenig bringen, obwohl dort das Geld verdient wird, hat einen simplen Grund.

Warum Deine Produktseiten nicht das Problem sind

Die meisten Shop-Inhaberinnen, die zu mir kommen, haben schon eine Menge Arbeit in ihre Produkttexte gesteckt. Liebevolle Beschreibungen, schöne Fotos, alles ordentlich gepflegt. Und trotzdem kommt niemand.

Das liegt daran, dass eine Produktseite fast immer der falsche Ort ist, um gefunden zu werden. Niemand googelt nach dem Shirt Modell Mia in Beere. Gegoogelt wird die Kategorie, also das, was jemand sucht, bevor sie weiß, welches konkrete Teil sie überhaupt will. Die Produktseite ist der Ort, an dem gekauft wird. Gefunden wird woanders. Und Deine Kategorieseiten sind ausgerechnet die Seiten, die bei den meisten Shops am wenigsten Text haben.

Dazu kommt ein Problem, das speziell kreative Shops haben: Das Sortiment dreht sich. Was Du im Frühjahr verkaufst, ist im Herbst weg. Wenn Du für jedes einzelne Produkt einen ordentlichen SEO-Text schreibst, arbeitest Du für Seiten, die es in vier Monaten nicht mehr gibt. Und Google braucht ungefähr genauso lange, um sie überhaupt ernst zu nehmen. Du kommst also nie an.

Die Kategorie-Falle: Wenn Dein Shop klingt wie eine Boutique

Hier kommt der Fehler, den ich am häufigsten sehe. Die Kategorien heißen so, wie es sich schön anfühlt, nicht so, wie jemand sucht.

Neu eingetroffen. Lieblingsstücke. Sommertraum. Für besondere Momente. Das sind alles wunderschöne Worte, und sie werden in kein einziges Suchfeld eingetippt. Ich verstehe den Impuls, ehrlich. Diese Namen fühlen sich nach Deinem Shop an, nach Deiner Handschrift, nach dem Abend, an dem Du sie Dir ausgedacht hast. Eine Kategorie namens Haarspangen aus Holz fühlt sich dagegen an wie ein Schild im Baumarkt. Sie funktioniert trotzdem, und zwar genau deshalb, weil jemand sie so eintippt.

Dein Check: Geh Deine Kategorien durch und lies jede laut vor. Frag Dich bei jeder: Würde eine Fremde, die Dich nicht kennt, genau diese Wörter bei Google eintippen? Wenn nicht, hast Du Deine Baustelle gefunden. Der schöne Name darf als Überschrift auf der Seite stehen, da nimmt Dir den keiner weg. Der gesuchte Begriff gehört in die H1 und in die URL.

Wie Milena von Lieblingskurve gefunden wurde

Milena verkauft Damenmode in großen Größen. Als wir angefangen haben, stand sie genau vor diesem Problem, nur schlimmer: Ihr Sortiment wechselte ständig. Shirts, Kleider, Blusen, immer wieder neue Teile, immer wieder neue Produktseiten. Für jedes einzelne Produkt vernünftige Inhalte zu produzieren wäre zeitlich hirnrissig gewesen. Sie hätte den ganzen Tag nichts anderes mehr gemacht und hätte trotzdem nichts davon gehabt.

Also haben wir die Produkte erstmal in Ruhe gelassen und uns auf die Ebene darüber gestützt: Kategorien und Blogartikel. Von dort haben wir auf die Produkte verlinkt. Die Kategorieseiten bleiben ja, egal wie oft das Sortiment rotiert. Und ein Blogartikel über Passform bei großen Größen ist auch dann noch richtig, wenn das Kleid von letztem Sommer längst ausverkauft ist.

Und siehe da: Der Traffic kam. Mit dem Traffic kamen die Daten, und das war der eigentliche Gewinn. Auf einmal konnten wir in der Search Console sehen, wonach ihre Kundinnen tatsächlich suchen, statt es zu vermuten. Daraus sind die nächsten Inhalte entstanden, diesmal nicht geraten, sondern belegt.

Aus denselben Daten ließ sich außerdem ablesen, welche Produkte eben nicht nach vier Monaten verschwinden, sondern immer wieder gefragt werden. Die Evergreens. Auf genau die haben wir uns dann zusätzlich fokussiert, und bei denen hat sich die Arbeit an den Produktseiten auch gelohnt. Milenas Bestseller werden inzwischen gefunden und gekauft.

Die Reihenfolge ist der ganze Trick. Erst die Ebene, die bleibt. Dann die Daten. Und dann die Produkte, von denen die Daten sagen, dass sie es wert sind.

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Worüber soll ich als Shop denn bloggen?

Über die Fragen, die Deine Kundinnen stellen, bevor sie kaufen. Nicht über Dein Sortiment, nicht über Neuzugänge, nicht über die Messe, auf der Du warst. Über das, was jemanden umtreibt, der Dein Produkt noch gar nicht kennt.

Bei Damenmode in großen Größen sind das Fragen zu Passform, zu Stoffen, zu der Frage, was bei welcher Figur überhaupt funktioniert und was einem seit Jahren niemand ehrlich sagt. Bei Haaraccessoires: Welche Spange hält in feinem Haar? Wie pflege ich Holz, ohne dass es stumpf wird? Bei DIY-Karten: Welches Papier nimmt Aquarell an, ohne zu wellen?

Das Schöne daran ist: Diese Fragen kannst Du beantworten. Du machst das den ganzen Tag. In DMs, in E-Mails, am Marktstand, wenn jemand Dein Zeug in der Hand hält und Dich was fragt. Du weißt die Antworten längst, Du hast sie nur noch nie aufgeschrieben. Und anders als eine Instagram-Story, die nach 24 Stunden weg ist, arbeitet so ein Blogartikel noch in zwei Jahren für Dich, während Du schläfst.

⚠️ Der typische Fehlgriff: Ein Blog, der nur aus Produktankündigungen besteht. Neu im Shop, unsere Herbstkollektion. Das interessiert ausschließlich Menschen, die Dich schon kennen, und die brauchen Google nicht, um Dich zu finden. Genau diese Artikel bringen null Sichtbarkeit und kosten Dich trotzdem einen ganzen Abend.

Und die technischen Basics?

Brauchst Du auch, aber daran scheitert es bei den wenigsten. Deine Seite muss schnell laden, auf dem Handy funktionieren und eine Struktur haben, in der Google erkennt, welche Seite wofür da ist.

Was bei Shops zusätzlich dazukommt: Produktdaten strukturiert auszeichnen, damit Preis und Verfügbarkeit direkt in den Suchergebnissen erscheinen können. Die meisten Shop-Systeme bringen das mit oder haben ein Plugin dafür. Und ganz wichtig: Ausverkaufte Produkte nicht einfach löschen. Eine gelöschte Seite ist ein Fehler, eine Weiterleitung auf die passende Kategorie ist eine Lösung.

Aber ganz ehrlich: Wenn Deine Kategorien heißen wie eine Boutique und Dein Blog aus Produktankündigungen besteht, dann isses die Ladezeit gerade wirklich nicht, an der es hängt.

Für wen sich das gerade nicht lohnt

Wenn Du diese Woche Umsatz brauchst, ist SEO der langsamste denkbare Weg. Bis Kategorien und Blogartikel greifen, vergehen Monate. Erste Bewegung in der Search Console siehst Du nach zwei bis drei Monaten, spürbare Klicks nach vier bis sechs.

Lass es außerdem, wenn Dein Shop noch keine zehn Produkte hat oder wenn Du ohnehin gerade auf ein anderes Shop-System umziehst. Warte, bis der Umzug durch ist. Sonst optimierst Du Seiten, die es danach nicht mehr gibt, und ärgerst Dich am Ende doppelt.

Dafür trägt es danach jahrelang, ohne dass Du täglich posten musst. Das ist der Deal: langsam, aber es bleibt.

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Dein nächster Schritt

Fang bei den Kategorien an, nicht bei den Produkten. Nimm Dir Deine Kategorieliste vor und schreib hinter jede den einen Suchbegriff, für den sie gefunden werden soll. Einen, nicht drei. Wenn derselbe Begriff bei mehreren Kategorien steht, hast Du interne Konkurrenz gefunden und musst Dich entscheiden.

Danach schreibst Du den ersten Blogartikel, der eine echte Frage Deiner Kundinnen beantwortet. Am besten eine, die Du diese Woche schon per DM beantwortet hast. Und dann verlinkst Du darin auf die passende Kategorie.

Mehr ist das erstmal nicht. Wenn Du wissen willst, wie das grundsätzlich funktioniert, lies Bei Google gefunden werden. Und falls Du wissen willst, wann Du mit was rechnen kannst: Wie lange SEO dauert.

Deine Sachen sind gut. Sie werden nur gerade nicht gefunden, und das lässt sich ändern.

Viele liebe Grüße
Deine Dani 💚

Signatur Mind & Rocket mit Foto Daniela Kaiser

Dani Kaiser

Gründerin von Mind & Rocket, SEO Expertin, Literaturbloggerin, Digital Native und Creative Mind aus dem Nürnberger Land.

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